Kehrt Italien zur Kernenergie zurück?

Bei Efahrer gibt es einen interessanten Artikel dazu: 

“Die geplante Strategie konzentriert sich vor allem auf kleine, modulare Reaktoren und AMR-Reaktoren der vierten Generation. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat Italien seinen Energiebedarf hauptsächlich durch fossile Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas sowie durch Wasserkraft und andere erneuerbare Energiequellen gedeckt. Diese Vielfalt hat jedoch nicht verhindert, dass das Land stark von Stromimporten abhängig ist, wobei der Großteil aus Frankreich stammt, einem bedeutenden Produzenten von Atomenergie in der Europäischen Union.” 

In Polen scheint man noch weiter zu sein, wie man der Unternehmensseite von Westinghouse entnehmen kann. 

“”One week ago, Westinghouse and Bechtel, leaders of the American civil nuclear power sector, formed a consortium to design and build the first nuclear power plant under the Polish Nuclear Power Program. Two days later, Polskie Elektrownie Jądrowe received a decision on environmental conditions for this project in Pomerania. Today we witness signing a contract for the plant design and engineering. Consistent and timely implementation of the schedules assumed, but also the scope of the contract being executed today, confirm our determination to build the first nuclear power plant within the target timeframe, in line with the budget, and with the optimum utilization of the Polish industry. Westinghouse and Bechtel are completing a sister project known as Plant Vogtle in the American state of Georgia. Their combined experience, lessons learned from the Vogtle project, optimizations implemented on this basis, and the world’s most advanced technological and engineering know-how of Westinghouse and Bechtel are now being employed to fundamentally rebuild the Polish energy mix, provide a strong impulse to strengthen the Polish economy and train Polish technicians and engineers. The establishment of a nuclear culture in Poland means new opportunities for the whole country, we want to introduce the best models,” said Anna Łukaszewska-Trzeciakowska, Government Plenipotentiary for Strategic Energy Infrastructure.” 

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Landwirtschaft in Brandenburg ist kein einfaches Geschäft. Die Tagesschau über die besonderen Gegebenheiten in dem Bundesland bei einem sich wandelnden Klima. 

“Durchschnittlich 30 Zentimeter Mutterboden bieten Brandenburger Böden, eine vergleichsweise dünne Erdauflage. Darunter liegt Sand. Hinzu kommt, dass auch die Bodenqualität mit höchstens 35 von 100 möglichen sogenannten Bodenpunkten zu den schlechteren in Deutschland gehört. Es gilt also Methoden zu finden, die Wasser und Nährstoffe besser im Boden halten. Idealerweise soll die Mutterbodenschicht auch noch vergrößert werden. Jeder Zentimeter zähle, sagt Tino Ryll. Er hat im Laufe der Jahre zahlreiche Methoden ausprobiert und etabliert, wie Ackerböden fruchtbarer gemacht und mit weniger Dünger rentabel bewirtschaftet werden können, erzählt Ryll. Regenerative Landschaft sei ein „Puzzlestück in der Klimakrise“, für die man Ausdauer und Geduld brauche, sagt Ryll. Dabei sei der Humusaufbau ausschlaggebend, also die organische Substanz im Boden. Und den kann man durch Untersaaten und Zwischenfrucht fördern.” 

Allerdings ist die Beschaffenheit der Böden in Brandenburg keine neue Erkenntnis. Als die Gegend noch Preußen hieß wurde sie Streusandbüchse genannt. Aus der Preußenchronik

“Streusandbüchse, so wurde das dünnbesiedelte Land Brandenburg genannt, das sich in mehrere Teillandschaften gliedert, deren naturräumliche Struktur im Quartär während der letzten Phase der Saale-Eiszeit und während des Brandenburger, Frankfurter und Pommerschen Stadiums der Weichsel-Eiszeit entstand, aus dem wiederum sich zahlreiche Kleinlandschaften aus Grundmoränenplatten mit Grundmoränenseen und Seerinnen, Endmoränenzügen, Sanderflächen und verzweigten Urstromtälern mit ebenen Talsandflächen entwickelten, die eben die Bodenverhältnisse im Land Brandenburg insofern bestimmen, als unbestreitbar Sandböden und sandige Lehmböden eindeutig vorherrschen.” 

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Axel Bojanowski kommentierte bei der Welt live Leseranfragen. Das Video der Aufzeichnung ist sehr spannend: Machtkämpfe helfen der Klima–Debatte nicht 

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Der kürzlich stattgefundene Chemiegipfel scheint kein Erfolg gewesen zu sein. Die energieintensive Branche hat unter den hohen Preisen in Deutschland zu leiden, wie n-tv berichtet. 

“NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sagte: „Es ist 5 vor 12 in Deutschland.“ Der CDU-Politiker könne nachvollziehen, warum Unternehmensvertreter und Gewerkschafter enttäuscht seien vom Ergebnis des Treffens. Bei der Bundesregierung sei Problembewusstsein klar erkennbar gewesen. „Aber es ist eben nicht zu der Konkretisierung der Problemlösung gekommen, die der Lage angemessen gewesen wäre.“ Man wolle den Dialog fortsetzen und an einem „Chemie-Pakt“ arbeiten. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil von der SPD sagte: „Das war heute noch nicht der sicherlich von manchen erhoffte Durchbruch in der Frage: Wie geht es weiter bei den Energiepreisen?“” 

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In Hamburg tagt ein Kongress zum Thema Extremwetter. Dort sieht man die Welt auf dem Weg zu einem Plus von 3 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts. Das 1,5 Grad Ziel wird als nicht mehr erreichbar angesehen. Die FAZ

“Der Klimawandel wird nach Ansicht von Experten in großen Teilen ungebremst erfolgen. Die Chance, mit relativ wenig Aufwand das Klimasystem zu stabilisieren, sei verpasst, hieß es zum Auftakt des 13. Extremwetterkongresses in Hamburg. Damit seien nicht mehr abwendbare massive Veränderungen auf der Erde zu erwarten. Der Klimawandel werde „nun in großen Teilen ungebremst erfolgen, womit nicht mehr abwendbare massive Veränderungen auf unserem Planeten zu erwarten sind“, hieß es am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung zum Auftakt der renommierten Fachveranstaltung. An dieser nimmt unter anderem auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) teil. „Wir müssen uns damit abfinden, dass die 1,5-Grad-Grenze überschritten werden wird. Damit ist das Pariser Rahmenabkommen in diesem Punkt faktisch gescheitert“, meinte Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie. „Das bedeutet auch, dass es nur noch mit enormen Anstrengungen möglich sein wird, die Erwärmung unter der 2-Grad-Grenze zu halten.“ Aktuell sei man eher auf dem Weg in eine 3-Grad-Welt bis zum Ende des Jahrhunderts.” 

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Radio Berg:

EU-Klimakommissar: Kernenergie wichtig gegen Klimawandel

Nützlich oder zu gefährlich? Der neue EU-Klimakommissar glaubt nicht an das Erreichen von Klimaneutralität ohne Atomenergie. Mitgliedstaaten ringen immer wieder um die zukünftige Rolle der Technologie.

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Erfolgreich trotz Klimawandel

Sehr geehrte Damen und Herren,

einige Anmerkungen zum Blog vom 27. 09. 23. Ein Artikel berichtet über Studien, wonach einige Arten sich dem Klimawandel anpassen. Zuvor wurde in dem Artikel berichtet, dass viele Arten durch den Klimawandel bedroht seien.

Bei solchen Aussagen kann ich mich nur fragen, weshalb heute noch eine solche Artenvielfalt auf der Erde existiert. Seit der letzten Eiszeit hat es eine ganze Reihe von Klimawandeln gegeben, wobei das Temperaturniveau teils deutlich höher war als heute. Die Evolution benötigt viele Jahrtausende, um neue Arten hervorzubringen. Demnach können die heutigen Arten sich nicht nach der mittelalterlichen Warmphase oder der römischen Warmzeit entwickelt haben. Das heißt, die Arten haben schon eine Reihe von Klimawandeln erlebt, ohne auszusterben.

In dem Artikel wird auch ausgesagt, dass Ökosysteme sich über längere Zeiten anpassen können, jedoch nicht in wenigen Jahrzehnten. Die aktuelle Erwärmung ist jedoch nicht irgendwie besonders. Es hat in der Vergangenheit schon deutlich rasantere Temperatursprünge gegeben als das heute der Fall ist. In dem Artikel wird wieder einmal völlig unsinnig eine Panik erzeugt.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn

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Leserpost von Dieter Reinisch:

Prof. Dr. Lesch- der letzte Universalgelehrte?

Von Wikipedia ist über Herrn Lesch ist zu erfahren, dass er diplomierter Astrophysiker ist, 1987 an der Universität Bonn zum Dr. rer. nat. promoviert wurde und 1995 Professor für Astrophysik am Lehrstuhl für Astronomie und Astrophysik der Maximilians-Universität München wurde. Ein weiteres Thema seines Wirkens ist die beobachtende und experimentelle Astronomie an der Universitätssternwarte der Maximilians-Universität München. Außerdem unterrichtet er Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie in München.

Seine Hauptforschungsgebiete sollen kosmische Plasmaphysik, Schwarze Löcher und Neutronensterne sein.

Das alles ist sehr beeindruckend, aber wie vereinbart sich dies mit den vielen Falschaussagen und Fehlprognosen, die ihm immer wieder bei seinen zahlreichen Auftritten in den Medien unterlaufen, wenn er sich zwanghaft zu vielen fachfremden Themen äußert?

Als diplomierter Dipl.- Ing. für elektrische Energieanlagen fällt mir das negativ auf, wenn sich Prof. Lesch mit sekkant professoralem Gehabe zu den für ihn fachfremden Themen Kernkraft oder Energiewende an Nichtfachleute wendet, die dann auf Grund ihrer gesellschaftlichen Stellung solche Unwahrheiten einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln.

Einem Professor für Physik sollten solche Falschaussagen wie im folgenden Video trotz aller Fachfremdheit nicht unterlaufen!

Warum also wiederholt Herr Lesch diese immer wieder, und das bei größter Medienwirksamkeit??

Felix Letkemann war das zu ärgerlich und hat deshalb das nachstehende Video gemacht, auf das Prof. Lesch so reagiert hat:

Seine „Stellungnahme“ enthielt wieder peinliche Fehler, die  einen Physikprofessor kaum mit Ehrungen schmücken können!

Felix Letkemann gibt sich hier diplomatisch, aber er erspart dem Professor keine Peinlichkeit!

Ich denke, dass man sich mit Prof. Lesch künftig ausführlich auseinandersetzen sollte, weil der in allen Medien so omnipräsent ist, dass Zweifel daran zulässig sind, ob der Mann tatsächlich noch Lehre und Forschung hauptamtlich betreibt oder öffentliche Präsenz für ihn wichtiger ist, weil hier besser verdient wird.

Mit freundlichem Gruß
Dieter Reinisch

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