Der Stoff, aus dem Verschwörungen sind

Das Interview mit dem ZDF-Meteorologen Özden Terli bei Utopia.de liest sich wie ein Verschwörungsplot. Ölfirmen sind das Übel der Welt, sie haben über 20 Jahre die Wissenschaft manipuliert. Im Interview mit Utopia meint Özden Terli das offenbar genauso. Wissenschaft außerhalb von Ölfirmen hat es demnach nicht gegeben oder sie hat ihre Erkenntnisse nicht vermitteln können. Na dann. Das IPCC wurde übrigens 1988 gegründet. 

“Utopia: Sie wehren sich in den sozialen Medien öffentlich gegen Desinformation. Wie viel Macht haben diese falschen Behauptungen und was steckt dahinter? 

Terli: Das ist schwer einzuschätzen. Viele Menschen, die sich nicht äußern, stehen wahrscheinlich auf der Seite der Wissenschaft. Ich gehe aber von einer organisierten Masse aus, von regelrechten Desinformationskampagnen. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung stellte kürzlich fest, dass das Denunzieren von Wissenschaftlern Systematik hat. In den 90ern und 2000ern haben Ölfirmen versucht, bezahlte Journalisten und Wissenschaftler so zu positionieren, dass sie das Gegenteil der wissenschaftlichen Erkenntnisse kommunizieren. Das hat sich in den Köpfen verankert und das ist fatal. Die heutigen Leugner vertreten Meinungen und Behauptungen, die aus diesen Desinformationskampagnen stammen und sich über Jahre in der Gesellschaft gehalten haben.” 

Wer Özden Terli bei Twitter folgt, kommt aus dem Staunen ohnehin nicht heraus. So freundlich und nett er den Wetterbericht präsentiert, bei Twitter kehrt eine ganz andere Seite heraus. Da wird auch gern mal gepöbelt und geschimpft sowie schnell geblockt. 

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Lithium könnte in Deutschland in größeren Mengen vorkommen als geschätzt. Focus.de

“Diese für die Lithiumgewinnung wichtigen Faktoren haben nun Nitschke, sein Kollege Valentin Goldberg und ihr Team für die Geothermie-Standorte am Oberrheingraben untersucht. Dafür bildeten sie die geologischen Gegebenheiten des Untergrunds und den Fluss von Tiefenwasser und Geothermie-Rückfluss in einem Modell ab. Die Daten dafür und für die Lithiumgehalte des Tiefenwassers lieferten Messwerte aus mehreren Geothermie-Kraftwerken im Oberrheingraben. 

„Wir nutzen dafür eine dynamische Transportmodellierung, angelehnt an die Untergrundverhältnisse des Oberrheingrabens, bei der wir thermische, hydraulische und chemische Prozesse gekoppelt betrachten“, erklärt Nitschke. „Ähnliche Modelle sind bereits aus der Öl- und Gasindustrie bekannt, wurden aber bisher noch nicht auf Lithium angewendet.“ 

Das Ergebnis: „Nach unseren Erkenntnissen ist ein Abbau mit geringen Umweltkosten über viele Jahre möglich“, berichtet Goldberg. Konkret ergaben die Analysen, dass die Lithiumausbeute unabhängig von der Anfangskonzentration im Tiefenwasser rund fünf Jahre lang weitgehend stabil bleibt. Dann kommt es zu einem Absinken der Lithiumkonzentration um 30 bis 50 Prozent – je nach Fördermenge und Rückstrom. „Auch bei der Kohlenwasserstoffförderung oder im Erzbergbau ist die Ausbeute am Anfang am höchsten und nimmt dann allmählich ab“, sagt Nitschke. Das Positive jedoch: Nach diesem Absacken der Lithiumwerte stabilisieren sich die Förderquoten wieder und der Lithiumgehalt nähert sich einem konstanten Wert an. Eine Lithiumgewinnung wäre demnach auch mehrere Jahrzehnte lang durchaus möglich, ohne dass der Rohstoffnachschub versiegt. „Das ist auf das offene Kluftsystem zurückzuführen, das kontinuierlich frisches Tiefenwasser aus anderen Richtungen nachliefert“, erläutert Nitschke.” 

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World Nuclear News über die Pläne zum Ausbau der Kernenergie. 

“It says that recent data modelling suggest nuclear energy capacity needs to at least triple by 2050 to achieve climate targets, which would require about 40 GW of new nuclear per year, about six times the deployment rate of the past decade. At the launch, Al Hammadi said that net-zero “will not be possible without nuclear energy” and said that as well as bringing clean energy day and night, its ability to decarbonise heavy industry and transport meant there should be even greater collaboration to ensure its growth. „Talking is great, but delivering is even greater,“ he added. Bilbao y León said: „Scaling up nuclear energy capacity to at least three times its current size requires political will from energy leaders, along with mobilising quickly and efficiently the required financing. We have no time to lose … through Net Zero Nuclear, we hope to facilitate the action our industry needs to grow.“ Grace Stanke, a nuclear engineering student who is spending her year as Miss America raising awareness about nuclear power and zero-carbon energy sources, said many younger people had got involved in nuclear because of climate change, and said that extreme weather events meant climate change was a “pressing issue that we grew up with – we’re not afraid to take action, because if we don’t take action today, we won’t have a tomorrow“ adding that it was „important to have this conversation at the international level … let’s start at the top because if it’s not happening everywhere, on this planet, what’s the point?“” 

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Wie könnte man die Senkenleistung der Ozeane steigern. Professor Gerd Ganteför hat ein ca. 1stündiges Video erstellt. Eine Idee wäre es Eisen in den Ozeanen auszubringen und so Lebewesen zu fördern, die CO2 aufnehmen können. Es wäre eine Überdüngung der Meere. 

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Am 8. September 2023 schrieben wir hier im Blog:

Vor wenigen Tagen (möglicherweise am 1. September 2023) brachte die Deutsche Welle eine Doku zu Blackouts in Deutschland. Seltsamerweise ist das Video nun offline. Ob wohl jemand aus Berlin bei der Deutschen Welle angerufen hat? Wir geben Euch so viel Geld und Ihr beunruhigt die Welt und Investoren mit der Idee von Stromausfällen in Deutschland? Haha. Zum Glück hat Net Zero Watch eine Zusammenfassung zum Video gebracht. Frage an alle: Gibt es das Video noch irgendwo anzuschauen?

Darauf meldeten sich mehrere Leser mit nützlichen Hinweisen:

Leser 1:

das Video ist auf youtube und auf der DW-Homepage https://www.dw.com/en/blackout-in-germany-horror-scenario-or-genuine-possibility/video-66698616 vorhanden, aber geo-geblockt. Via Tschechien scheint es zu gehen, via USA nicht

Leser 2:

https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/blackout-in-deutschland–reale-gefahr-100.html das sollte die gleiche Doku sein wie bei DW

Leser 3:

Das Video scheint nur im europäischen (Deutsch/Schweiz etc) offiziell nicht mehr verfügbar zu sein. Wenn man die Seite jedoch über VPN mit Sever in Indonesien aufruft dann spielt es ab.GGF. versuchen über das Real Player Plugin zu speichern

Leser 4:

https://www.dw.com/en/blackout-in-germany-horror-scenario-or-genuine-possibility/a-66302102

Still downloadable here, I assume, but not with foreign phone number.

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Vertrauen in die Wissenschaft

Sehr geehrte Damen und Herren,

einige Anmerkungen zum Blog vom 11. 09. 23. Ein Artikel berichtet, dass in Amerika ein großer Anteil der Wähler der Wissenschaft zum Klimawandel misstraut (der Artikel erscheint im Blog in englisch und wurde mit Übersetzer ins Deutsche übertragen). Der Artikel beginnt damit, dass trotz zunehmender Extremwetterereignisse (Waldbrände, Überschwemmungen und steigende Hurricaneaktivitäten) 45% der Wähler den Klimawandel für kein Problem halten und 41% sind der Meinung, dass der Klimawandel ein natürlicher Vorgang ist und nicht vom Menschen verursacht wird.

Ein Professor Debnath äußert sich dahingehend, dass der Mangel an Vertrauen in die Hochschulbildung und die evidenzbasierte Forschung die Öffentlichkeit anfällig macht für mächtige Akteure, welche stark von den Klimaleugnern profitieren.

Die Menschen werden dabei anscheinend für dumm verkauft. Zum einen sind die Extremwetterereignisse in den letzten Jahrzehnten nicht stark zugenommen haben. Es wird allerdings in den Medien stark der Eindruck für eine solche Zunahme erzeugt, denn jedes derartige Ereignis wird lang und breit vorgetragen. Andere Ereignisse werden gar nicht oder nur nebenbei erwähnt. Außerdem ist bei Waldbränden zu beachten, dass viele dieser Ereignisse durch den Menschen in Form von fahrlässiger oder bewusster Brandstiftung erzeugt.

Weiter heißt es in dem Artikel, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, wer den Forschungen misstraut und wie diese Menschen überzeugt werden können. Außerdem seien Forschungen zur Kommunikation erforderlich, um die Botschaften gezielter zu vermitteln.

Das Ganze erscheint wie ein Schildbürgerstreich. Statt die Thesen zum Klimawandel mit Befürwortern und Gegnern des „menschgemachten Klimawandels“ offen auszudiskutieren, wird hier der Weg vorgeschlagen, die zweifelnde Öffentlichkeit mit entsprechender Kommunikation von den Thesen zu überzeugen.

Das Vertrauen in Hochschulbildung und Forschung wird durch die einseitige Argumentation mehr geschädigt. Wenn sich eines Tages herausstellt, dass der Klimawandel einen zumindest hohen Anteil an natürlichen Ursachen hat, wird die Wissenschaft ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem bekommen. Die Angabe, dass fast alle Wissenschaftler dem „menschgemachten Klimawandel“ zustimmen, erinnert an Wahlen in totalitären Staaten. Dort wird die (vorbestimmte) Staatsführung mit einer Mehrheit von deutlich über 90% gewählt. Dass das nicht mit rechten Dingen zugeht, erscheint einsichtig.

Trotzdem wird den Menschen immer wieder der Konsens der Wissenschaft vorgegaukelt. Weshalb sind denn die Befürworter des „menschgemachten Klimawandels“ nicht bereit, sich einer offenen Diskussion zu stellen? Wahrscheinlich würden diejenigen mit anderer Meinung die Befürworter mit plausiblen Argumenten erschlagen.

Es ist wirklich ein trauriges Bild, was sich zurzeit abspielt. Das erscheint an Zeiten des ausgehenden Mittelalters, als nur das geozentrische Weltbild (die Erde steht im Mittelpunkt und wird von allen anderen Himmelskörpern umkreist) zugelassen war und gegenteilige Meinungen gewaltsam unterdrückt wurden. Es ist dringend an der Zeit, dass die Freiheit der Wissenschaft wieder greift und die Forscher ganz offen, ohne Beeinflussung forschen und berichten dürfen.

Viele Grüße
Dipl. ing. Martin Krohn

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