Der große Gestank

Mitte des 19. Jahrhundert endete die Kleine Eiszeit. Die Zeit wurde einigen Entdeckern wie dem Briten Franklin zum Verhängnis, wie wir anhand des Beispiels von schon einmal beschrieben haben. Seine Suche nach der Nordwest-Passage endete tödlich, weil selbst im Sommer Eis den Weg vom Atlantik zum Pazifik versperrte. Die kleine Eiszeit bedeutete aber nicht, dass ausschließlich zu kalte Temperaturen herrschten. Die BBC hatte vor einige Zeit einen interessanten Bericht aus London im Jahre 1851. Ein ungewöhnlich heißer Juni mit 30 Grad Celsius wurde für die aufstrebende Metropole London zu einem Problem. Kanalisation wie wir sie heute kennen, gab es so gut wie gar nicht. Jeglicher Unrat landete früher oder später in der Themse und die begann bei den hohen Temperaturen gewaltig zu stinken. 

“That year, the London Standard reported temperatures of over 30C by the middle of June and the weather stayed hot for several weeks. There was no air conditioning, no refrigeration, it was really hard to keep food fresh and there was no proper sewerage system, according to Museum of London curator Beverley Cook. Everything you didn’t want ended up in the River Thames, from the contents of people’s chamber pots and the new-fangled flush lavatories, to dead dogs, decomposing food and industrial waste, including animal parts from abattoirs and chemicals from leather tanning factories along the river.   

The Thames embankment had not yet been built, accidental drownings and river suicides were common and bodies were rarely recovered from the water. On top of this, everything was horse-drawn – so the streets were full of massive piles of manure, says Ms Cook. „Flies were swarming down on this and of course transmitting disease such as diarrhoea and typhoid.“ It was a nauseating mix and the heat made it worse – standing close to the river was enough to make you retch. It was dubbed the Great Stink and it was no joke.” 

Stichwort Hitze: Wie auf Kommando setzen Politiker, vornehmlich der SPD und der Grünen Tweets zum Thema Hitze ab. Karl Lauterbach fordert die Öffnung von Kirchen als Kühlräume. Vielleicht hat er noch nicht mitbekommen, dass sehr viele Kirchen ohnehin am Tage geöffnet sind. Hitze ist ohnehin ein komplett neues Phänomen, wenn man Grünen wie Britta Haßelmann Glauben schenken darf. 

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Lithium-Abbau in Deutschland. Das ZDF-Magazin Frontal hat einen etwa 6-minütigen Bericht dazu. Zwei verschiedene Methoden werden vorgestellt und bei beiden kommen Kritiker zu Wort. 

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Und noch ein Videotipp. Diesmal geht es um dunkle Geschäfte mit Holz ohne Herkunftsnachweis. Das brutale Geschäft der Holzmafia ist in der ARD-Mediathek zu sehen. 

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Die restliche Welt wird Deutschland schon noch folgen auf seinem Energieweg. Das ist zumindest der fromme Wunsch einiger Protagonisten. Wie man im Ausland den deutschen Weg sieht, zeigt ein Artikel bei Salon. Immerhin hat es Energiewende in den Sprachschatz der englischen Sprache gebracht. 

“Energiewende isn’t working. The plan was to phase out nuclear energy, expand renewable sources and make its economy virtually carbon-neutral by the middle of the century. The only part of the plan that has had any clear „success“ is regarding nuclear, which it recently discarded altogether, closing its final three nuclear plants in April this year. 

Germany’s emissions aren’t reducing significantly, because the country remains dependent on fossil fuels for a more than half of its electricity 

Those closures were a purely political move and make no economic or climate sense. No clear path to replacing them has been set out, other than to introduce a new set of gas plants which would only increase greenhouse gas emissions. The hope is that these would one day be converted to hydrogen, but it all amounts to a needlessly convoluted set of arrangements necessitated by abandoning nuclear power. Unsurprisingly, investors are not exactly champing at the bit to back costly transitional infrastructure and aspirations which are so clearly flawed.” 

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Die Schweiz wird noch auf absehbare Zeit abhängig von Stromimporten aus Frankreich, also in erster Linie Strom aus Kernenergie sein. Die Frage ist, ob die Franzosen auch liefern können. SFR berichtet: 

“Die Vertragsverlängerung ist noch aus einem zweiten Grund bemerkenswert: Frankreich hat im vergangenen Jahr so wenig Strom produziert wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Viele der französischen AKWs mussten wegen Reparaturarbeiten ausserplanmässig vom Netz. Oft für Monate. Frankreich war deshalb gezwungen, im grossen Stil aus den umliegenden Staaten Strom zu importieren. Auch aus der Schweiz. 

Angesichts seiner alternden Kernkraftwerke stellt sich die Frage, ob EDF künftig der Schweiz den vereinbarten Strom liefern kann. Noël Graber von der Axpo verweist auf die Vertragsmodalitäten. Dieser Vertrag habe den Vorteil, dass zu jeder Zeit genau dieselbe Menge Strom geliefert werde, «unabhängig von der Verfügbarkeit einzelner Kraftwerke». Zumindest der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass EDF seine Verträge gegenüber der Schweiz stets einhielt.” 

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Ein kleines Kunststück gelingt dem Spiegel-Kommentator Heiner Hofmann. Der Afrika-Korrespondent schreibt einen Meinungsartikel “ Jetzt merkt ihr’s auch! “in einer Mischung aus vermeintlichen Fakten und anekdotischer Evidenz. Der böse Westen ist schuld an eigentlich allem Unglück auf der Welt. Leider vergisst er viele Quellen seiner Fakten zu nennen oder diese kritisch zu hinterfragen. Die Pointe ist aber echt gut: Die Europäer merken jetzt auch den Klimawandel, weil jetzt das Gras gelb wird. Etwas, was Afrika schon lange kennt. Ah ja. Wie so etwas durch eine Redaktion kommt, bleibt ein Rätsel, vor allem wenn man die Geschichte des Spiegels kennt. 

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Klimawandel und Korallen, schrumpfende Gehirne

Sehr geehrte Damen und Herren,

einige Anmerkungen zum Blog vom 17. 07. 23. Ein Artikel berichtet über einen Artikel der Tagesschau zum Zustand der Korallen unter dem Klimawandel. Das Thema ist ja nicht neu, schon seit Jahren wird immer wieder über das Absterben der Korallen durch die Klimaerwärmung berichtet. Ich bin immer wieder entsetzt, wenn ich solche Nachrichten lese. Die Korallen sind schließlich keine Neuerscheinung auf der Welt, welche sich erst in den letzten 2 Jahrhunderten entwickelt haben. Korallen gibt es seit tausenden von Jahren. Diese haben bisher alle Klimaschwankungen überlebt. Dabei waren vorherige Klimawarmzeiten deutlich extremer als in der heutigen Zeit. Im Artikel der Tagesschau wird auch berichtet, dass viele Korallen sehr empfindlich auf Temperaturänderungen reagieren. Einige Korallenarten sind jedoch so beschaffen, dass diese den ändernden Temperaturen anpassen können.

Es ist schon bezeichnend, wofür immer wieder der Klimawandel herangezogen wird. Doch es ist doch sehr offensichtlich, dass die Korallen ganz andere Warmphasen überlebt haben als diese heute vorliegen. Deshalb ist es erstaunlich, dass immer die gleichen Argumente herangezogen werden. Vor 500 Jahren hatte die Kirche die Wahrheit für sich „gepachtet“. Doch die wissenschaftliche Entwicklung der letzten Jahrhunderte hat andere Erkenntnisse zutage gefördert. Ich wundere mich, dass die Menschen so wenig von diesen Erkenntnissen wahrnehmen und sich immer wieder die Schauermärchen vom „dramatischen Klimawandel“ erzählen lassen.

Ein anderer Artikel im Blog berichtet über schrumpfende Gehirne durch den Klimawandel. Manchmal möchte man wirklich an schrumpfende Gehirne glauben, insbesondere bei jenen, die einem den „menschgemachten Klimawandel“ verkaufen wollen. Sicherlich besteht die Möglichkeit, dass die Erwärmung durch den Ausstoß von CO2 etwas angehoben wurde, doch in erster Linie ist von natürlichen Klimaschwankungen auszugehen. Es scheinen alle wissenschaftlichen Erkenntnisse der Neuzeit vergessen zu sein. Vielleicht passen bei einigen diese Erkenntnisse in die geschrumpften Gehirne nicht mehr hinein.

In der Geschichte scheinen die Gehirne der Menschen in den Warmzeiten jedoch noch gut funktioniert zu haben. Wie konnten sonst z. B. die Ägypter vor 4.500 Jahren solche hervorragenden Leistungen erbringen wie den Bau der Pyramiden oder die Römer über 100 km lange Wasserleitungen mit stetigem Gefälle?

Es ist wirklich erschreckend, wie heute die Menschen für dumm verkauft werden.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn

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Leserpost von Hans Joachim Voigt zum Blog „Kann KI bei Wettervorhersagen helfen?“:

Hallo Klimateam,

laut Siegmund Freud ist sinngemäß Wissen die Menge an gemachten Erfahrungen.

Hat aber nichts mit Intelligenz zu tun. Intelligenz basiert auf der Fähigkeit vorhandenes Wissen zu verarbeiten und neues Wissen zu generieren. Wie optimal das geschieht ist vom Intelligenzgrad abhängig. So wie ich das sehe ist unser Klima ein Regelmechanismus mit unzähligen Störgrößen, welche sich mehr oder weniger gegenseitig beeinflussen.

Erst wenn man ein System in seiner Komplexität erkannt hat ist es beherrschbar.

KI erschreckt mich nicht, ist aber nicht ohne, da auch bei der KI fehlende Informationen die KI zu falschen Schlussfolgerungen gelangen kann und wird. Wenn die Vorhersage der KI der Realität im Nachhinein nahe kommt, so würde ich langfristig der KI mein Ohr schenken ohne dabei mein Gehirn abzuschalten. Leider verlassen sich Menschen ohne Neugierte und Forscherdrang auf solche Angebote von „Denkmaschinen“ und das Ergebnis sehen wir heute, wie unser Land ins Chaos abdriftet.

M.f.G.
Hans Joachim Voigt

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Leserpost von R. Maçon zum Beitrag „Sozial-ökologische Wende braucht ein neues Verständnis von Wachstum, Fortschritt und Erfolg“ von Dennis Riehle:

Ethisch und moralisch ist es schon seit langem sehr bedenklich, dass wir Fortschritt allein am monetären Umsatz festmachen. Denn es bräuchte nicht nur ein quantitatives, sondern vor allem ein qualitatives Verständnis von Weiterentwicklung, das unsere Perspektive und Blickwinkel verändert“, so Riehle.

Bestellen Sie Herrn Riehle, dass das BIP alle im Inland während eines Jahres entstandenen Einkommen misst. Wenn er weniger Einkommen haben möchte und sich mehr „ideellen“ Interessen widmen möchte, soll er das tun. Wenn er glaubt, anderen Menschen diesbezüglich Vorschriften machen zu dürfen, stellt sich die Frage, warum er einer derartigen Wahnvorstellung verfallen ist?

MfG, R. Maçon

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