Aus für deutsches Stahlwerk

Nach einem Pressebericht droht den Hüttenwerken Krupp Mannesmann HGM das Aus. Ein Opfer der Dekarbonisierung.

“Doch dieses Vorhaben bringt das geschichtsträchtige Werk jetzt an den Rand der Existenz.
Gut zwei Milliarden Euro fehlen an diesem Standort die in neue Technologien investiert werden müssten, um die Produktion klimaneutral zu machen. Sonst sei man nach 2030 nicht mehr wettbewerbsfähig, so die IG Metall und der Betriebsrat. Denn dann steigt der Preis, den Unternehmen für CO2-Ausstoß zahlen müssen, deutlich an.

Das HGM-Werk ist also wegen der hohen CO2-Bepreisung gezwungen ihre Produktion umzustellen und das auch wenn es jetzt akut ihr Überleben bedroht. Wie es jetzt weitergeht, ist unsicher. Einer der drei Gesellschafter Vallourec wird seine 20-prozentige Beteiligung an der HKM aufgeben. Angesichts dessen würden sich die beiden verbliebenen Gesellschafter um eine Lösung für die Zukunft der HKM bemühen”

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(Abbildung: Screenshot ARD-Mediathek)

Wenn die Realität sich nicht an die Ideologie hält, dann ist die Realität falsch! Das sagte Dieter Nuhr in seinem Jahresrückblick 2022. Wenn auf Twitter massiv Stimmung gegen die Sendung gemacht wird, dann kann das nur bedeuten, dass Nuhr wieder die richtigen Themen angesprochen hat. Es ist eine gute Tradition in diesem Blog, dass wir Teile der Sendung transkribieren, damit man sie sich noch einmal vor Augen führen kann, auch in der Zukunft, wenn die Sendung wieder aus der Mediathek rausrutscht.

“… während unser Wirtschaftsminister, der Robert, wie ein Bettelmönch nach Katar fuhr und dort einen tiefen Diener machte und sich demütig dafür bedankte, dass man ihm ein bisschen Gas verkaufte. Ich fürchte, das ist die Haltung, die uns Deutschen in Zukunft zusteht – eher ein bisschen gebückt.
Habeck selbst wirkte jetzt auch nicht so glücklich. Man hatte mehrfach im Jahr das Gefühl, dass er von der Komplexität seines Fachs überfordert war. Nein, er ist ein netter Junge, wirklich. Ich mag ihn, keine Frage, ein lieber Kerl.
Und dann sagen viele: der hat doch keine Ahnung, da sage ich: Ja woher denn auch? Er hat es doch nicht gelernt. Politiker muss man nicht lernen, Politiker werden gewählt und wer gewählt ist, ist Politiker. Und ich finde das unglaublich beruhigend, dass das bei Elektrikern anders ist.
Als Elektriker muss man sein Handwerk beherrschen, das ist für die Regierung eines Landes nicht erforderlich. Das sind auch fehlende Ausbildung oder nicht vorhandene Sachkenntnis, das ist doch gar kein Hindernis. Man kann völlig Gaga sein, gewählt ist gewählt.
….
Man kann Wirtschaftsminister sein ohne jede Sachkenntnis.
….
Natürlich hätten wir gern einen Wirtschaftsminister, der schon mal was gemacht hat mit Wirtschaft.
Aber wir haben Fachkräftemangel, was willste machen?

Energiepolitisch setzt die Regierung auf schöpferisches Chaos, erst Gaspreisbremse, dann Gaspreisdecke, da habe ich den Überblick verloren, Atomkraft raus, dann wieder rein, 3 Kraftwerke für 4 Monate oder 3 Kraftwerke für 2 Monate. Ein infantiles Geschacher, Politik auf Kindergarten-Niveau. Man hätte auch 6 Kernkraftwerke für 3 Jahre nehmen können, dann hätten wir jetzt weniger Probleme. Und es wäre völlig wurscht gewesen, weil wir doch eh wieder Atomstrom importieren werden. Bei uns ist Fracking verboten und wir kaufen Frackinggas aus den USA ein und schalten modernste Kohlekraftwerke ab, die kaum noch Abgase machen und kaufen stattdessen Drecksstrom aus dem Ausland. Damit wir gut dastehen und Elektroautos fahren können, die wir uns als Zweitwagen in die Garage stellen neben dem Verbrenner, den wir behalten, falls wir mal weiter als bis zum EDEKA fahren müssen.”

Die Sendung ist noch bis 22.12.2023 in der ARD-Mediathek zu sehen.

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Nur mal kurz, so heißt der YouTube-Kanal von Joachim Weimann. Eine kurze Sendung geht auf die “Letzte Generation” sein und fragt, inwieweit die Aktivisten der Wissenschaft folgen. Er zweifelt das Narrativ an und warnt vor Eskalation, denn es geht ja um die Weltrettung und wir haben nur noch wenig Zeit bevor die Welt zusammenbricht. Auf was gründet sich dieses Narrativ? Weimann hat sich den Sachstandsbericht des IPCC angesehen und stellt fest:  Apokalypse No, statt Now.

5 Szenarien beschreibt der letzte Zustandsbericht. Die zwei Horrorszenarios gehen von einer Verdoppelung bzw. Vervierfachung der CO2-Emissionen aus. Diese beiden Szenarien sind auch im Fokus der Medien, obwohl sie beide nicht plausibel und höchst unwahrscheinlich sind. Aber selbst im schlimmsten Szenario würde die Weltwirtschaft immer noch wachsen. Realistischer sind Szenarien, die von einem Anstieg bis zum Jahr 2100 von 2-3 Grad Celsius ausgehen. In den IPCC-Berichten wird zwar von Folgen einer möglichen Erwärmung gesprochen, aber nicht vom Untergang der Welt. Dazu passt eine Meldung der Tagesschau über die Zahl von Strafverfahren gegen die “Letzte Generation” nur in Berlin.

“Gegen Demonstrierende für mehr Klimaschutz hat es in Berlin bislang insgesamt 2200 Strafanzeigen und 600 Bußgeldbescheide gegeben. Das sagte die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik der Nachrichtenagentur dpa. Die Aktivisten hätten in der Hauptstadt seit Mitte Januar 276 Mal Straßen blockiert. Bis Mitte Dezember seien 42 weitere zum Teil strafbare Aktionen dazugekommen.

Insgesamt habe die Polizei 220.000 Einsatzkräfte-Stunden zu dem Thema gezählt – beim Beobachten von Verkehrsknotenpunkten und Gebäuden, beim Ablösen festgeklebter Demonstranten, beim Absperren von Kreuzungen und beim Umleiten des Verkehrs. Das sei ein extremer Aufwand, so Slowik. Dazu komme noch die Arbeitszeit für Ermittlungen, Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten und Bußgeldverfahren.

Die Gruppe „Letzte Generation“ hatte in der zweiten Januarhälfte 2022 mit den Blockaden begonnen. Die erste Welle der Aktionen zog sich bis ins Frühjahr. Im Sommer gab es eine zweite Welle und eine dritte seit Oktober. In der dritten Welle war die Gruppe auch in anderen Städten und an Flughäfen unterwegs.”

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Degrowth, also das Schrumpfen der Wirtschaft propagieren Wissenschaftler der Universität von Barcelona laut einem Artikel bei Phys.org.

“Degrowth policies would be effective in fighting against climate breakdown and biodiversity loss and would secure human needs and well-being. Recent reports by the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) and the Intergovernmental Science Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) suggest that this approach should be considered, but a just transition to a post-growth economic model poses several challenges.

With the aim of facilitating this transition process, eight leading scientists in ecological economics have published today (Dec. 12) an article in Nature providing governments around the world with a strategic policy framework to enable wealthy countries to reduce materials and energy while improving social outcomes.

The scientific group, which includes Jason Hickel and Giorgos Kallis of the Institute of Environmental Science and Technology of the Universitat Autònoma de Barcelona (ICTA-UAB), makes a series of recommendations that will enable governments to stabilize the economy in a post-growth transition, including universal public services such as health, education and housing, among others, as well as a job guarantee, working time reductions and a fairer distribution of income. The authors also identify five ways in which researchers can help develop science and policy to ensure a just transition.”

Mal sehen, wann die Wissenschaftler auf den Trichter kommen, dass Wissenschaft aus Steuermitteln finanziert wird, die aus Wertschöpfung stammt. Dieser Aha-Moment könnte spannend werden.

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phys.org:

Recent storms give drought-weary California cause for hope, but will they continue?

Winter storms that doused California with much-needed rain and snow over the last week have managed to ease some dire drought conditions, but experts warned that the state still has a long way to go to truly reverse its historic dry streak.

For many, the massive storm system that soaked swaths of the West Coast with inches of rain and feet of snow was a reminder of seasons past as it snarled traffic, triggered rock slides and sparked a blizzard of „winter wonderland“ posts on social media.

But as the state’s climate grows warmer and drier, sustained periods of winter rain and snow are becoming increasingly sporadic, experts say. Many fear a repeat of last year, when a similarly soggy December gave way to California’s driest January through March on record.

„December has started off obviously very well in terms of building snowpack and even soaking other areas with rainfall,“ said David Rizzardo, hydrology section manager for the California Department of Water Resources. But „it’s definitely too early to tell, especially when right now it seems like we’re getting similar signals of a possible dry stretch ahead.“

There was some cause for relief, though. Rizzardo said reservoir levels had inched up from the storms, including capacity gains at Lake Shasta and Lake Oroville of about 1% over the week prior. The statewide snow water equivalent, or the amount of water contained in the snowpack, was at 223% of normal as of Monday.

Weiterlesen auf phys.org.

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The Register:

Copper shortage keeps green energy, tech ventures grounded

Copper the balloon popper for 2050 net-zero goals according to S&P

In a world ever more hungry for copper, a looming shortage could end green energy transition plans before they even get off the ground.

Copper is so central to transitioning from fossil fuels to sustainable energy, says a report from S&P Global, that worldwide demand is likely to double by 2035 from 25 million metric tons to 50; no matter the scenario, S&P said it’s unlikely the world will be able to meet it.

„The record-high level of demand would be sustained and continue to grow to 53 million metric tons in 2050 – more than all the copper consumed in the world between 1900 and 2021,“ S&P Global said.

From oil to minerals

In a 2021 report, the International Energy Agency (IEA) described a new energy paradigm slowly replacing fossil fuels – minerals, the most important being copper.

Described in the S&P report as „the metal of electrification,“ copper used in electric vehicles, wind, solar, and battery projects will drive much of the increase in demand. Infrastructure upgrades, like wide-scale deployment of EV charging stations, are also predicted to contribute. 

The use of copper in electrified versions of traditional products – like EVs – is a massive contributor to the rise in demand, the study found. 

Weiterlesen auf The Register

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phys.org:

Is going meat-free the answer to climate change?

When it comes to climate change, are cows as bad as cars? Probably not, says Dr. Frank Mitloehner, University of California, Davis researcher and air quality specialist. He asserts that meat and dairy animals are not major drivers of climate change and they might well be part of the solution.

Wait, what?

People have many reasons to limit or eliminate animal foods from their diet, Mitloehner explains, „but if curbing climate change is one of them, they are being deceived by misinformation that puts undue blame on animal agriculture. In reality, it is the burning of fossil fuels that poses the biggest threat to our planet. Campaigns that rally against animal protein by inflating their climate impact serve as smokescreens, diverting attention away from the main climate menace.“

In short, says Mitloehner, methane—the greenhouse gas (GHG) produced by ruminants such as cattle and sheep—is unique. Methane is a „flow“ gas, meaning, as it is emitted, it is also being destroyed in the atmosphere in a 12-year cycle. Conversely, carbon dioxide—the main GHG from industry, transportation and the production of electricity—is a „stock“ gas. It accumulates in the environment for a thousand years or more.

We need to take steps to lower all GHG emissions, says Mitloehner. But by far, the most pressing is CO2, which accounted for 79% of GHG emissions in the United States in 2020, according to the Environmental Protection Agency. Methane from livestock, landfills and rice production accounted for 11% of total emissions during the same period.

Every food, whether raised in a pasture, planted and harvested with farm equipment, or manufactured in a lab, has a carbon footprint, says Mitloehner. And clearly, some production practices are better than others.

In her book, „Defending Beef: The Ecological and Nutritional Case for Meat,“ environmental attorney Nicolette Hahn Niman explains that carbon resides in soil. And whenever soil is disturbed for any reason, it is released into the atmosphere as carbon dioxide.

Weiterlesen auf phys.org

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Buchtipp für die Zeit zwischen den Jahren: Fritz Vahrenholt und Co-Autor haben ein Lesebuch zum Klimawandel und zur Energiewende geschrieben. In 50 kurzweiligen Kapiteln gibt er Einblicke in die vielschichtige Materie. Ein Leuchtturm in der kontroversen Debatte, der eine wichtige Orientierungshilfe gibt. Das Buch „Unerwünschte Wahrheiten“ gibt es im Buchhandel und natürlich bei den Online-Versendern.

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